Poems Without Frontiers

Poems in Translation

William Shakespeare









Sonnet 30
William Shakespeare

When to the sessions of sweet silent thought
I summon up remembrance of things past,
I sigh the lack of many a thing I sought,
And with old woes new wail my dear time's waste.

Then can I drown an eye, unus'd to flow,
For precious friends hid in deaths dateless night,
And weep afresh love's long since cancell'd woe,
And moan th' expense of many a vanished sight.

Then can I grieve at grievances foregone,
And heavily from woe to woe tell o'er
The sad account of fore-bemoaned moan,
Which I new pay as if not paid before.

      But if the while I think on thee, dear friend,
      All losses are restor'e, and sorrows end.


Sonett 30
William Shakespeare

Wenn zu den Stunden vom süßen lautlosen Denken
Meine Erinnerungen auf vergangenen Sachen weilen,
Muß meine Gedanken auf manches verlorenes senken
Und die alten Wehe meiner lieben Zeit wiederholt erleiden.

Dann kann ich ein Auge ertrinken, ungewohnt zu strömen,
Für heißgeliebte Freunde, zeitlos in der Nacht des Todes begraben,
Und das schon vergessenes Weh der Liebe erneut beweinen
Sowie den Verlust manch verschwundene Sicht beklagen.

Dann kann ich mich an vergangenen Schmerzen grämen,
Und schwer von Wehe zu Wehe schon allzu bekannt
Die traurige Rechnung der beklagten Beschwerde erzählen,
Die ich erneut bezahle, als ob nicht früher bezahlt.

      Aber, teurer Freund, wenn meine Gedanken an dich wenden,
      Sind alle Verluste wiedergutgemacht und Leiden enden.

Übersetzung: © David Paley